22 Passivhaus-Mythen

Mythos 01
„Passivhäuser haben eine schlichte Architektur“

Überzeugen sie sich selbst:


FAZIT: Passivhäuser sind genauso individuell wie die Menschen, die darin wohnen.

Mythos 02
„Für das Passivhaus gibt es Fördermittel“

KFW Kredite für:
  • Passivhäuser und ökologisches Bauen

  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Förderung für:
  • Warmwasserbereitung ü.Kollektoren
  • Pelletöfen /Hackschnitzel
  • Wärmepumpen

  • Umwelt Bank für:
  • Baufinanzierer für ökolog. Bauten
  • FAZIT: Ja, die gibt es.

    Mythos 03
    „Passivhäuser sind teurer“

    Teurer als was ?
    Teurer als der gesetzliche Standart ?
    Teurer als ein 3-Liter-Haus?
    Teurer in welchem Zeitraum?
    Teurer bis zur Baufertigstellung- oder teurer inkl. Folgekosten in 10, 20 oder 30 Jahren ?
    Teurer in den Baukosten- oder teurer in den Finanzierungskosten/Monatsbelastung?

    FAZIT: Diese Frage lässt sich nicht ad hoc beantworten.

    Mythos 04
    „Ein Passivhaus ist aktiver Klimaschutz“

    Heizungen verursachen ca. 1/3 der schädlichen Treibhausemissionen.
    Die Errichtung von Gebäuden nach der heutigen EnEV bedeutet:
  • Bau von energetischen Oldtimern
  • Vorsätzliche Körperverletzung an unseren Mitmenschen
  • Angriff auf das uns schützende Ökosystem unserer Erde
  • Angriff auf die Zukunft unserer Kinder
  • FAZIT: Stimmt, das Passivhaus ist aktiver Klimaschutz.

    Mythos 05
    „Ein Passivhaus muß zertifiziert sein“

  • Berechnung nach PHPP
  • Luftdichtigkeitsprüfung durch Blower-Door-Test
  • Geeignete Materialien mit zertifizierung oder bauaufsichtlicher Zulassung
  • FAZIT: Ein Passivhaus muss nicht zertifiziert sein, es empfielt sich aber.

    Mythos 06
    „Passivhäuser müssen Holzhäuser sein“

    Stein auf Stein oder Holz - beides kann ein Passivhaus sein.
    Entscheidend ist die Einhaltung der Luftdichtigkeit und des maximalen Heizwärmebedarfes von 15 KW / m² / Jahr.

    FAZIT: Nein - natürlich nicht!

    Mythos 07
    „Das Passivhaus hat einen hohen Wiederverkaufswert“

    Wir sind überzeugt:
  • Häuser mit geringen Energiekosten haben einen hohen Wiederverkaufwert
  • Ein bezahltes Passivhaus ist die beste Rente
  • Aber: Wer möchte denn ein Passivhaus, in dem es sich behaglich und wohlig wohnen lässt, verkaufen?

    FAZIT: Hier liegen Mythos und Wahrheit dicht zusammen ;-)

    Mythos 08
    „Passivhäuser sind Ökohäuser“

  • Ein Passivhaus verbraucht ca. 1.000 Kg CO² weniger als der Nachbar , der nach EnEV baut
  • Verwendung von Baustoffen mit wenig Primärenergiebedarf
  • Verwendung von Baustoffen mit hohem Anteil nachwachsender Rohstoffe
  • Verwendung von Baustoffen, die umweltverträglich entsorgt werden können
  • Vermeidung von baubiologisch bedenklicher und toxischer Baustoffe
  • Minimierung der versiegelten Fläche
  • Regenwassernutzung mit Zisternen zur Gartenbewässerung und WC-Spülung
  • Nutzung von Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und / oder Stromerzeugung

  • Und natürlich:
  • Geringer Energieverbrauch während des Betriebes des Gebäudes
  • FAZIT: Stimmt!!

    Mythos 09
    „Dachfenster sind im Passivhaus tabu“

    Es gibt neuerdings auch passivhaustaugliche Dachflächenfenster.
    Die Werte Uw liegen bei unter 0,8 W/m²K.
    Vorteil: Durch schrägen Einbau sind die solaren Gewinne besonders hoch.

    FAZIT: Klar gibt es passivhaustaugliche Dachflächenfenster.

    Mythos 10
    „Das Passivhaus hat dicke lichtundurchlässige Kastenfenster“

  • Passivhausfenster werden in: Holz, Kunststoff, Aluminium oder einem Materialmix hergestellt
  • Es gibt fast alle Formate und Formen
  • Eine Dreifachverglasung haben sie alle
  • Forderung: Der Uw-Wert muss bei einem Ug-Wert von 0,7 kleiner / gleich 0,8 W/m²K sein
  • FAZIT: Stimmt nicht.

    Mythos 11
    Luftdichte Häuser sind ungesund

    Passivhäuser sind luftdicht, verfügen aber über eine Lüftungsanlage.

    Vorteile:
  • Immer frische Luft
  • Einbau von Pollenfilter möglich
  • Entfeuchtung der Luft –Verhinderung von Kondensat und Schimmelbildung
  • Die Vorteile von „ atmenden Häusern „ werden übernommen- die Nachteile nicht
  • Keine kalten Füße durch „ Kaltluftseen“ durch ständige Bewegung der Luft
  • Energierückgewinnung bis ca. 95%
  • FAZIT: Stimmt nicht.

    Mythos 12
    „Im Passivhaus darf man die Fenster nicht öffnen“

    In einem Passivhaus kann man die Fenster nach belieben öffnen.
    Es wir kein spezieller „ Luftdruck „ zerstört- es herrscht weder Unter- noch Überdruck.
    Die Energiebilanz leidet nicht (ausgenommen draußen ist es kalt).
    Im Sommer kann eine Fensterlüftung von Vorteil sein, wenn sich Bauteile tagsüber stärker erwärmt haben ( Wärmespeicher entleeren)

    FAZIT: „darf man nicht“ durch „ braucht man nicht“ ersetzten.

    Mythos 13
    „Im Passivhaus muss man sich warm anziehen“

    Die Mindesttemperatur beträgt 20°
    Durch Nutzung werden schnell 23°-24° erreicht

    FAZIT: Der Pullover kann im Schrank bleiben !!!

    Mythos 14
    „Die Lüftungsanlage sorgt für erhöhtes Staubaufkommen“

    Die Frischluft wird zweifach gefiltert bevor sie in den Wohnraum gelangt.

    FAZIT: Der Staub kann also nicht mehr sein als in jedem anderen Haus (eher weniger).

    Mythos 15
    „Die Heizung passt in den Besenschrank“

    Das Kompakt-Lüftungsgerät hat die Größe eines Kühlschrankes.

    FAZIT: Stimmt! Aber auf Grund der Geräuschentwicklung ist das Aufstellen im Besenschrank ein „No go!“ :-)

    Mythos 16
    „Das Passivhaus ist gut für Allergiker“

    Das Lüftungsgerät ist ausgestattet mit einem Pollenfilter.
    (Dieser filtert bis 95% aller Feinteile bis zu einem tausentstel Millimeter.
    ) Pollen liegen zwischen 20 und 50 tausenstel Millimeter.

    FAZIT: Stimmt!!!

    Mythos 17
    „Im Passivhaus herrscht ein angenehmes Wohnklima“

  • Frische Luft durch kontrollierte Wohnraumlüftung
  • Überschüssige Feuchtigkeit wird entzogen
  • Verzicht auf lästige Fensterlüftung
  • Warme Glasoberflächen durch 3-Fachverglasung
  • Warme Außenwände durch starke Dämmung
  • Gleichmäßige Temperaturverteilung durch dichte Bauweise
  • FAZIT: Stimmt!!

    Mythos 18
    „Im Schlafzimmer ist es zu warm“

    Positionierung des Wärmefühlers im Wohnzimmer.
    Temperaturdifferenzen von 2° bis 3°.
    Fensteröffnung ist möglich, denoch nicht notwendig.

    FAZIT: Wer im konventionellen Haus im Juni gut schlafen kann, der kann es im Passivhaus das ganze Jahr über.

    Mythos 19
    „Im Passivhaus kann man mit einer Kerze heizen“

    130m2 benötigen 1959 Kwh.
    Eine Kerze erzeugt ca. 75 w (657 Kwh/a).

    FAZIT: Mit 3 Kerzen die das ganze Jahr über brennen könnte man theoretisch dieses Haus heizen.

    Mythos 20
    „Ofen im Passivhaus ? Geht nicht !“

  • Wärmebrücke durch Rauchrohr in der Außenwand
  • Raumluftunabhängige Öfen sind ohne weiteres möglich
  • Brauchwassererwärmung ist möglich
  • FAZIT: Passivhaus und Ofen ist machbar.

    Mythos 21
    „Es zieht wegen der Lüftung“

    0,4 fache Luftwechselrate des Raumvolumens. Der Luftstrom ist nur direkt am Ventil wahrnehmbar.

    FAZIT: Stimmt nicht !!!

    Mythos 22
    „Trockene Luft im Passivhaus“

  • Keine zu feuchte Luft im Passivhaus
  • Im Winter ist trockene Luft möglich

  • Lösung: Einsatz von Luftbefeuchtern, Pflanzen…

    FAZIT: Stimmt teilweise !!!

     
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